Wenn mehrere Medikamente gleichzeitig eingenommen werden, können diese sich gegenseitig beeinflussen.
Dieser Vorgang wird als Wechselwirkung (Interaktion) bezeichnet. Die systematische Prüfung auf solche gegenseitigen Einflüsse nennt man Interaktionscheck. Er ist ein zentrales Instrument der Arzneimitteltherapiesicherheit.
Wie funktioniert die Prüfung in der Praxis?
In der Apotheke erfolgt der Interaktionscheck heute computergestützt und hochautomatisiert. Sobald ein Medikament über ein Rezept oder für die Kundenkartei erfasst wird, gleicht die Apothekensoftware die Wirkstoffe mit der bereits bestehenden Medikation des Patienten ab.
Das System erkennt dabei nicht nur direkte Wirkstoffkombinationen, sondern berücksichtigt auch zeitliche Abstände und individuelle Faktoren. Warnhinweise erscheinen in Echtzeit auf dem Bildschirm des pharmazeutischen Personals.
Schweregrade der Wechselwirkungen:
- Geringfügig: Die Wirkung wird kaum beeinflusst, eine spezielle Maßnahme ist meist nicht nötig.
- Mittelschwer: Eine Anpassung der Dosierung oder ein zeitlicher Abstand bei der Einnahme kann erforderlich sein.
- Schwerwiegend: Es besteht ein hohes Risiko für Komplikationen. Eine sofortige Rücksprache mit dem Arzt und eine Anpassung der Therapie sind zwingend erforderlich.
Wechselwirkungen mit Lebensmitteln
Ein gründlicher Interaktionscheck beschränkt sich nicht nur auf Medikamente untereinander. Auch Lebensmittel können die Aufnahme und den Abbau von Wirkstoffen im Körper massiv verändern.
Ein klassisches Beispiel ist Grapefruitsaft, der Enzyme in der Leber blockiert und so die Konzentration bestimmter Cholesterinsenker gefährlich erhöhen kann. Ebenso können Milchprodukte durch das enthaltene Calcium die Aufnahme bestimmter Antibiotika verhindern, wodurch die Therapie ihre Wirksamkeit verliert. In der Beratung vor Ort werden Patienten auf diese spezifischen Risiken hingewiesen.
Synonyme & Begriffe: Wechselwirkungsprüfung, Arzneimittel-Interaktion, Kontraindikation (bedingt), AMTS-Check.
