Die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) bezeichnet den gesamten Prozess, der darauf ausgerichtet ist, die Anwendung von Medikamenten für den Patienten so sicher wie möglich zu gestalten.
Im Fokus steht hierbei die Vermeidung von vermeidbaren Risiken und Medikationsfehlern, die im Rahmen der Therapie auftreten könnten.
Abgrenzung zur Pharmakovigilanz
Während sich die klassische Arzneimittelsicherheit primär mit den Risiken des Produkts selbst beschäftigt (z. B. unbekannte Nebenwirkungen), betrachtet die AMTS das gesamte System. Hierzu zählen:
- Die korrekte Verschreibung durch den Arzt
- Die Beratung in der Apotheke
- Die richtige Einnahme durch den Patienten zu Hause
Sicherstellung der „fünf R-Regeln“:
- Richtiger Patient
- Richtiges Arzneimittel
- Richtige Dosierung
- Richtige Applikationsart
- Richtiger Zeitpunkt
Instrumente zur Erhöhung der Sicherheit
Ein wesentlicher Pfeiler der AMTS in Deutschland ist der bundeseinheitliche Medikationsplan (BMP).
Patienten, die dauerhaft mindestens drei verordnungspflichtige Medikamente einnehmen, haben einen gesetzlichen Anspruch darauf.
In diesem Plan werden alle Präparate – einschließlich der Selbstmedikation – gelistet, um gefährliche Doppelverordnungen oder Unverträglichkeiten unmittelbar identifizierbar zu machen.
